Tom Hartley Booth im Interview

Ich erinnere mich immer noch gern an die erste Begegnung mit Tom Hartley Booth zurück. Damals begleitete er Roo Panes auf seiner Paperweights Tour, wo sie ebenso am 15. Februar 2017 im Feierwerk München auftraten. Es war Toms aller erste Tour, auf die ihn sein Jugendfreund mitgenommen hat.

Dies verrät er mir bei unserer zweiten Begegnung. So treffe ich Tom Anfang März in London wieder, wobei ich immernoch eines seiner kleinen Papierboote mit seinen Kontaktdaten bei mir trage, welche er als Gimmick über die gesamte Tour verteilt hatte. Wir unterhalten uns ganz britisch bei einem Earl Grey in einem kleinem industriell angehauchten Vintage Café über seine Musik, die förmlich unter die Haut geht. Tom fügte sich damals gut in das Bild dieses Ladens. Dieser große Mann mit Bart und Strickmütze, hätte ebenso ein Arbeiter an den Docks sein können oder aber ein Holzfäller im Wald.

Hört man hingegen seine Musik, dann ist da nichts von dieser Schwere seiner Erscheinung. Mit klarer Stimme und einfacher Akkustikgitarre schafft er ehrliche Musik, wie er mir später selbst sagen wird.

„I guess my songs are based around trying to be honest and find integrity through telling a story, whether my own or someone else’s, in a way that hopefully people can relate to. I often like to include aspects of my life or people I’ve known as starting points, I really love talking about people.“

Dabei ist dieses Genre noch relatives Neuland für ihn.

„As well as making my own music I’ve also worked on the production side of things for a long time. I’ve explored a lot of musical styles over the years; this work as an acoustic solo artist is fairly new for me, which is why I don’t have as much released as people might expect (though I have made music for commissions and other people for quite a long time!)“

Tatsächlich umfasst seine derzeit einzige veröffentlichte EP „Courage“ lediglich fünf Songs, die aber jedes für sich ein besonderes Einzelstück sind. Geplant und ebenso gearbeitet wird jedoch schon am nächsten größeren Projekt, wie er mir bereits damals erzählt.

„I’m currently working on a full length album with will include some songs which haven’t been released yet, but I did play live on the Germany tour. There’s more variation on this album than just me and my guitar – it’s not just a collection of acoustic songs and overall there’s a much fuller sound, which I’m excited for people to hear. While guitar is my main thing I play a lot of other instruments, so it’s been really great to be able to include them in these recordings. A lot of the songs relate to ideas around winter because I started writing around that time last year. I was thinking a lot about how winter can leave us feeling kind of exposed or vulnerable, but also more honest in a way, so there’s some different themes running through around that but it’s not a strict concept album. You can listen to it at any time of year!“

Einige der Songs würde er gerne visuell in Island umsetzen, da er diese vor allem mit Aktivitäten in der Natur verbindet. Tatsächlich machen die neuen Songs des neuen Albums „Between the Wood & Stone“, dessen Releasedatum noch erwartet wird, Lust auf mehr. Nicht nur, dass mit den reichlichen Angebot an instrumentalen Einflüssen eine neue Facette gezeigt wird, wie in This Too Shall Pass, begeistert Tom Hartley Booth auch wieder mit einfachen Songs wie Love of my Life, bei dem seine Stimme nur von der Gitarre begleitet wird. Dabei haben vor allem seine Mutter und sein Bruder seine Musik beeinflusst.

„I grew up surrounded by music in my family home, it was actually my mum who taught me my first chords on the guitar (she was a really cool mum). My brother was also a big influence on my music tastes, he would always play new music to me as soon as he discovered it. I remember when I was young he gave me a whole bunch of albums that I still love today, artists like Led Zeppelin and Hendrix. While I’m currently playing as a solo artist, I’d definitely love to work with a bigger band one day to explore that rock avenue that I still love so much!“

Die Musik, die er so geschaffen hat, ist nicht einfach nur simpel. Sie geht in ihrer Einfachheit tief und holt einen ab, da man sich mit der vermittelten Situationen identifizieren kann. Diese Aufrichtigkeit, die dabei transportiert wird, ist auch Teil dieses Musikers, der mir zum Abschied eine feste, freundschaftliche Umarmung gibt und mich mit einem Gefühl vollster Zufriedenheit über dieses Gespräch in den Tag entlässt.


Bilder: © Tom Hartley Booth

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.