No Fun-Sängerin Andrea über den perfekten Touralltag

Neulich berichteten wir über das neue Album von No Fun aus Nürnberg und Berlin. Da die Band anscheinend ununterbrochen zu touren scheint und ihre neueste Veröffentlichung eine wirklich gute Release ist, haben wir Andrea ein paar Fragen zum Tour-Alltag der Band gestellt.
Wie sieht für dich der perfekte Tour-Tag aus?
Der perfekte Tour-Tag wäre erst einmal ausschlafen bis zehn, ein Kaffee schwebt plötzlich zum Schlafsack, das Auto ist fertig gepackt und die Straßen sind staufrei. Außerdem muss man auf keiner Toilette 70 Cent zahlen und der Kaffee kostet weniger als 3,50. Niemand furzt im Auto und meine Blase ruft nicht alle 2 Stunden HALT. Wir kommen pünktlich an die Venue, es gibt vegetarisches Chili drei Stunden vor der Show, damit wir genügend Zeit zum verdauen haben. Der Sound ist super, die Leute irre nett. Wir bekommen 10 Drink-Tickets mit Option auf mehr, schlafen in einer sauberen Wohnung und werden morgens von einem süßen Hund geweckt. Wenn der Tag auch nur ein bisschen in die Nähe dieses Traumes kommt, dann wäre Perfektion weniger als einen Hauch entfernt.
Wir haben auf der letzten Tour zum ersten Mal Merch gegen Drinks eingetauscht. Weil wir bescheuert sind. Und betrunken waren.
Was sind die 5 schrecklichsten Dinge, die dir auf Tour passieren könnten?
Jemand hat sich dazu entschieden „woanders“ zu schlafen. Und Stau. Ernsthaft, auf unserer letzten Tour gab es nur einen Tag, an dem ich mich nicht daran erinnern kann im Stau gestanden zu haben. Außerdem jegliche Magen-Darm-Krankheiten. Großer Kater auf Landstraßenfahrten. Und zu guter Letzt: Ort mit Tag vertauschen. Ist auch schon mal fast passiert.
Was sollte deine Band auf Tour unbedingt unterlassen?
Wir haben auf der letzten Tour zum ersten Mal Merch gegen Drinks eingetauscht. Weil wir bescheuert sind. Und betrunken waren. Am nächsten Tag aber gleich mal bereut. Die andere Band mit der wir auf Tour waren hat es besser gemacht und hat Merch gegen eine ganze Bier-Palette eingetauscht. Die Bierdosen wurden dann unter den Sitzen verstaut und auf den Fahrten verstohlen hervorgefischt. Pipi-Pausen, ole!
Was darf bei einer Tour oder einem Konzert auf gar keinen Fall fehlen? 
Die Tanzparty danach. Am besten inklusive Limbo-Tanz oder sowas. Außerdem ist es immer nett, wenn jemand überraschend eine Runde Drinks kauft (und dann 50€ zahlen muss). Und ich liebe es, wenn man die Songs der Band, mit der man auf Tour ist, mitsingen kann und dann irgendwann betrunken zusammen performt. Das klingt sicher richtig schrecklich aber macht irre Spaß. Und jede Tour braucht einen Tour-Song! Und einen Tour-Creep! Ganz viele nette Anekdoten eben.
Sight Seeing vs. Abhängen? 
Auf jeden Fall Sight Seeing und auf jeden Fall Abhängen. Das lässt sich ganz gut kombinieren: Man geht zum Eiffel-Turm und hängt dort ab. Ne Quatsch, Abhängen geht dann zeitlich natürlich nicht. Wir haben morgens öfters einen Durchhänger und rennen dann zu den wichtigsten Sight Seeing-Spots und bekommen Strafzettel. Es hat also seinen Preis, aber dafür gibt es Abwechslung im Tour-Alltag.
Zum Abschluss: Mit welcher Band würdest du dir gerne mal den Tourbus teilen?
Wir waren ja gerade mit Hospital Job auf Tour, das war ziemlich cool. Die Jungs waren  lustig drauf und vollkommen damit einverstanden, dass sie auf den hinteren Plätzen sitzen mussten haha. Aber ansonsten: Caves! Die müssen richtig nette und lustige Tourbus-Kollegen sein. Außerdem sind deren Live-Shows so krass, dass man jeden Abend höchst motiviert wäre laut und verrückt zu werden. Ist man ja sowieso schon. Aber dann eben noch lauter und noch verrückter.

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